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Erscheinungsdatum: 12. Juni 2026 | Kategorie: Ratgeber | Standort: München
Die Aufmerksamkeit für ADHS im Erwachsenenalter ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Prominente sprechen öffentlich über ihre Diagnose, soziale Medien sind voller Erfahrungsberichte und immer mehr Menschen stellen sich die Frage: Könnte ADHS auch bei mir eine Rolle spielen?
Ein aktueller Beitrag in DIE ZEIT hat dieses gesellschaftliche Phänomen aufgegriffen und dafür auch mit unserer Münchener Chefärztin Dr. med. Kira Wolff gesprochen.
Aus unserer täglichen Arbeit wissen wir: Hinter dem Wunsch nach einer ADHS-Diagnostik steckt selten die Suche nach einem Label. Viel häufiger suchen Menschen nach einer Erklärung für einen oft jahrelangen Leidensweg.
Viele Betroffene berichten von ähnlichen Erfahrungen:
Besonders im Erwachsenenalter wird ADHS häufig nicht sofort erkannt. Stattdessen stehen zunächst andere Symptome im Vordergrund wie beispielsweise Depressionen, Ängste, Erschöpfungszustände oder Probleme mit der Emotionsregulation.
Die zunehmende Sichtbarkeit von ADHS hat positive Seiten. Psychische Erkrankungen werden weniger tabuisiert und viele Betroffene finden erstmals Worte für ihre Erfahrungen. Gleichzeitig beobachten wir, dass sich viele Menschen in einzelnen Symptomen wiedererkennen. Konzentrationsprobleme, Überforderung oder innere Unruhe sind schließlich keine Seltenheit in einer Welt, die von ständiger Erreichbarkeit und hohen Leistungsansprüchen geprägt ist.
Genau deshalb ist eine fundierte Diagnostik so wichtig. Eine ADHS-Diagnose sollte niemals auf Basis einzelner Social-Media-Inhalte oder Selbsttests gestellt werden. Sie erfordert eine sorgfältige Betrachtung der gesamten Lebensgeschichte, der aktuellen Belastungen sowie möglicher anderer Ursachen für die Beschwerden.
In unserer Arbeit begegnet uns noch eine andere Frage: Warum erleben so viele Menschen das Gefühl, ständig mehr leisten zu müssen, als sie eigentlich leisten können? Nicht jeder Mensch mit hohem Leistungsdruck hat ADHS. Aber viele Menschen mit ADHS leiden besonders unter gesellschaftlichen Erwartungen, Perfektionismus und dem Gefühl, permanent funktionieren zu müssen.
Deshalb geht es in einer Behandlung nicht nur um Symptome. Es geht darum, die eigene Funktionsweise besser zu verstehen, die Selbstakzeptanz zu stärken und einen nachhaltigeren Umgang mit den eigenen Ressourcen zu finden.
Eine Diagnose ist weder Ausrede noch Identität. Sie kann jedoch ein wichtiger Schritt sein, um jahrelange Belastungen einzuordnen und passende Unterstützung zu erhalten. Unser Ziel ist es nicht, Menschen auf eine Diagnose zu reduzieren. Unser Ziel ist es, Menschen dabei zu helfen, sich selbst besser zu verstehen und Wege zu finden, wieder mehr Lebensqualität und Selbstwirksamkeit zu erleben.
Wenn Sie Fragen zu ADHS im Erwachsenenalter haben oder eine fundierte Diagnostik wünschen, beraten wir Sie gerne persönlich.
calm Tagesklinik München
Tassiloplatz 25
81541 München
T: +49 8969 3158 200
M: wolff[at]calm-tagesklinik.de
Ich freue mich auf Ihre Anfrage.
